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CDU: "Gesetzliche Maßnahmen killen Praktika"Gesetzliche Maßnahmen für einen verbesserten Schutz von Praktikanten rücken offenbar in weite Ferne. Der in zähen Verhandlungen erzielte Kompromiss zwischen Bundesarbeitsministerium und Bundesbildungsministerium ist nach einem Bericht des "Handelsblatts" geplatzt. "Wir werden nicht mittragen, dass Herr Scholz die Frist, in der Praktikanten im Nachhinein gegen eine zu niedrige Bezahlung klagen können, von zwei Monaten auf drei Jahre ausdehnen will", sagte der Sprecher von Bundesbildungsministerium Annette Schavan (CDU) dem Blatt. "Eine solche Regelung killt Praktika."Seit dem Frühjahr diesen Jahres bemüht sich Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) um die Verbesserung der Praktikanten-Lage in Deutschland. Er stellte folgende gesetzliche Maßnahmen für Praktikanten zur Diskussion: - die Definition des Praktikumsbegriffs im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). - Festschreibung der Regeln des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), dass Praktikanten, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, ein Anrecht auf „angemessene“ Vergütung haben, im BGB. - Beweislastumkehr: Im Streitfall soll der Arbeitgeber im Nachhinein beweisen müssen, dass es sich um ein Praktikanten- und nicht um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat. - Ausschlussfristen, nach deren Ablauf Arbeitnehmer ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen können, sollen für Praktikanten überhaupt nicht mehr gelten. Zudem: Praktikantenverträge sollen künftig zwingend schriftlich geschlossen werden. Scholz selbst scheint allerdings nicht viel von diesen Regelungen zu halten - zumindest könnte man das aus den Recherchen von SPIEGEL Online schließen: Er lässt seine eigenen Praktikanten nämlich unbezahlt... Update (17.12.08): Im Streitgespräch zu diesem Thema im Deutschlandradio Kultur: Unser Projektleiter Branko Woischwill und Kolja Briedis (Hochschulinformationssystem, HIS).
DIHK: Neue Schutzregeln für "Generation Praktikum" kontraproduktivDie Maßnahmen, die im Gespräch sind, um den angeblich verbreiteten Missbrauch von Praktika einzudämmen, würden vor allem den Praktikanten selbst schaden: Jährlich würden mindestens100.000 Praktikantenstellen für Hochschulabsolventen weniger angeboten werden. Das mag zumindest eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter mehr als 1.100 Unternehmen herausgefunden haben. Zur Diskussion stehen derzeit folgende gesetzliche Maßnahmen für Praktikanten: - die Definition des Praktikumsbegriffs im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). - Festschreibung der Regeln des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), dass Praktikanten, die über eine abgeschlossene Ausbildung verfügen, ein Anrecht auf „angemessene“ Vergütung haben, im BGB. - Beweislastumkehr: Im Streitfall soll der Arbeitgeber im Nachhinein beweisen müssen, dass es sich um ein Praktikanten- und nicht um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat. - Ausschlussfristen, nach deren Ablauf Arbeitnehmer ihre Ansprüche nicht mehr geltend machen können, sollen für Praktikanten überhaupt nicht mehr gelten. Zudem: Praktikantenverträge sollen künftig zwingend schriftlich geschlossen werden. Besonders die letzten beiden Punkte stoßen bei Unternehmen sauer auf: Müssten Unternehmen im Streitfall beweisen, dass es sich bei dem absolvierten Praktikum um ein Lernverhältnis und nicht tatsächlich um ein Arbeitsverhältnis gehandelt hat, würden knapp 45 Prozent der Unternehmen keine Praktika und 28 Prozent der Unternehmen weniger Praktika anbieten. Bei einem Wegfall der Ausschlussfristen, nach denen Praktikanten im Nachhinein Ansprüche bei Unternehmen geltend machen können, würden 54 Prozent aller Unternehmen keine Praktikantenstellen für Hochschulabsolventen mehr anbieten. 25 Prozent der Unternehmen würden zumindest weniger Hochschulabsolventen die Chance auf ein Praktikum einräumen. "Auch ich bin natürlich gegen einen Missbrauch von Praktikanten als unbezahlte Arbeitskräfte – im Interesse der Jugendlichen, aber auch eines fairen Wettbewerbs", sagte der DIHK-Präsident. "Doch die geltenden Gesetze sind hier bereits völlig eindeutig und ausreichend. Sollte es Defizite bei Information und Anwendung dieser Regeln geben, muss Politik hier ansetzen – nicht aber mit neuen Gesetzen den jungen Menschen schaden."
Österreich: Studie zur Generation PDer Bund Sozialdemokratischer Akademiker Österreichs hat im Rahmen einer Studie in ganz Wien 1.000 JungakademikerInnen befragt zur Arbeitsmarktsituation befragt. Die Ergebnisse: 49 Prozent sehen Praktika als finanzielle Belastung. 70 Prozent wünschen sich einen Minimallohn für Praktika, 64 Prozent stehen eventuellen kollektivvertraglichen Regelungen positiv gegenüber.Ein Drittel der Befragten bewerten die Situation am Arbeitsmarkt für Universitätsabsolventen als schlecht und 62 der JungakademikerInnen sehen sich von prekären Arbeitsverhältnissen betroffen. Lipinski bemerkte, dass sich während der Befragung gezeigt habe, dass das sogenannte "trainee hopping" immer mehr werde. Firmen würden Jungakademiker im eigenen Unternehmen von traineeship zu traineeship weiterreichen, ohne diese anzustellen. Abgefragt wurde auch, welche Maßnahmen sich die Akademiker gewünscht hätten, um ihnen das Studium zu erleichtern. Um die Situation auf dem Arbeitsmarkt zu erleichtern, wünschen sich 84 Prozent Förderungsmodelle für Unternehmen, die JungakademikerInnen nach der Probezeit eine Anstellung geben und 67 Prozent wünschen sich eine verpflichtende Einführung von Kollektivverträgen für JungakademikerInnen.
Österreich: Justizministerin fordert Praktikumsgesetz"Praktika werden genutzt, um sich der Arbeitskraft von Jungakademikern zu bedienen und sich die gängigen Löhne zu ersparen", betonte die österreichische Justizministerin Maria Berger in einer Pressekonferenz, auf der eine Studie zur sozialen Situation von Jungakademikern vorgestellt worden war.Für Praktika fordert Berger gesetzliche und kollektivvertragliche Regelungen, es müsse eine gewisse soziale Absicherung gewährleistet sein. Darüber hinaus gehe es vor allem um Bewusstseinsbildung bei Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern, bei allen Regelungen zu beachten, welche Auswirkungen diese für PraktikantInnen haben. Berger bedauerte, dass eine "Generation Praktikum" entstanden ist, bereits 50 Prozent aller Universitätsabsolventen würden über Praktika in das Berufsleben einsteigen, 30 Prozent dieser Praktika seien nicht bezahlt. Frauen seien von Praktika stärker betroffen als Männer, vor allem in der Medienbranche, im Wissenschaftsbereich und im Non-Profit-Sektor seien Praktika an der Tagesordnung.
FOCUS: Keine Zeit mehr für PraktikaDank verkürzter Studienzeiten, komprimiertem Lernstoff und 1.500 bis 1.800 Stunden, die pro Jahr für das Campus-Leben draufgehen, bleibt Bachelor-Studenten keine Zeit mehr für Praktika. Das meldete das Nachrichtenmagazin FOCUS am Montag.Ob bei Siemens oder Audi - viele Personaler beklagen gegenüber FOCUS, dass das Zeitbudget von Studenten, die sich für einen Bachelor-Studiengang entschieden haben, schmaler geworden ist. Die Gründe? Neben der Verschulung der Studiengänge nennen Experten u.a. die Umetikettierung: Die Inhalte eines achtsemestrigen Diplomstudiengangs werden teilweise in ein sechssemestriges Bachelor-Studium gepackt. Des Weiteren sind die Klausuren meistens entweder semesterbegleitend oder direkt im Anschluss an das Semester, sodass weniger Zeit bleibt, neben dem Studium zu arbeiten oder in den Semesterferien Praktika zu absolvieren. Inwiefern dieser Trend mit dem Sinn und Zweck des Bachelorstudiengangs vereinbar ist - nämlich der Intention, Studenten früher und anwendungs- bzw. praxisorientierter an das Arbeitsleben heranzuführen? Fraglich.
Generation Praktikum Nummer Zwei?Für eine "neue Generation Praktikum" sei allerhöchste Zeit. Das meldete der Tagesspiegel kürzlich in einem Kommentar: Die Zeiten, in denen Hochschulabsolventen zu Dauerpraktikanten wurden, seien vorbei. Das "akademische Proletariat" habe inzwischen "anständige Arbeit" gefunden. Das Instrument Praktikum selbst sei ruiniert zurückgeblieben. Mit einer negativen Konnotation im Dunstkreis von Schlagworten wie Niedriglöhner, Mindestlohn, Ausbeutung und Co. Unverdienter Weise.Und wer ist Schuld daran? Die bemitleidenswerten Vertreter der "alten Generation Praktikum", die ihre Probleme, Sorgen und Ängste publik machte - in Demonstrationen, Petitionen und vielen anderen Initiativen. So wäre ein schlechtes Bild von Praktikumsstellen in der Öffentlichkeit entstanden: Wer heutzutage ein Praktikum absolviert, würde automatisch bemitleidet - so zumindest die Meinung von Ursula Weidenfeld im Kommentar "Ganz praktisch, so ein Praktikum". Dass ein Praktikum ein sehr guter Weg ist, um in den Job einzusteigen, Praxisluft in der Wunschbranche zu schnuppern, Fuß zu fassen - und zwar nicht nur für ältere Arbeitnehmer oder auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligte - darin sind wir uns einig mit der Kommentatorin des Tagesspiegels. Dass aber durch die Schaffung eines öffentlichen Bewusstseins für die Situation von Hochschulabsolventen als Dauerpraktikanten, die bei Weitem noch nicht ausgestanden ist, ein schlechtes Licht auf das Instrumentarium "Praktikum" gefallen sein soll, finden wir zweifelhaft: Es ging der "alten Generation Praktikum" nie darum, die Sinn- und Zweckhaftigkeit eines Praktikums in Frage zu stellen. Dass faire Praktika sowohl für das Unternehmen (neue Impulse von außen, zeitlich befristete Unterstützung, Kennenlernen von Nachwuchskräften) als auch für den Praktikanten (Kennenlernen von Menschen und Arbeitsweisen, Prüfen ob der Traumjob träumen lässt, Schärfung des eigenen Profils...) Vorteile bringt und somit eine Win-Win-Situation darstellt, wurde nie zur Diskussion gestellt. Weder von diplomierten Dauerpraktikanten noch von Initiativen, Verbänden oder gar der Politik. Das Instrument Praktikum ist und war also schon immer sinnvoll. Hilfreich. Nützlich. Eine Ausbildungsmöglichkeit. Eine Chance für einen erfolgreichen Berufseinstieg. Eine offene Türe in die Arbeitswelt. Jedoch nur, wenn es sich dabei um ein qualifiziertes und faires Praktikum handelt - entweder zwischen Schule und Studium, während der Schule (Schulpraktikum), während des Studiums oder als Übungszeit im Betrieb auf dem Weg zu einer regulären Stelle oder einem Ausbildungsplatz. Ein Praktikum nach dem Studium, nicht qualifizierend und unter unfairen Bedingungen (Substitution von Vollzeitstellen, keine Entlohnung, etc.) allerdings ist das Gegenteil: Es senkt den Marktwert des Bewerbers, bringt meist nur den Firmen Vorteile, nicht aber den Praktikanten. Von einer Erleichterung beim Berufseinstieg kann in diesen Fällen also keine Rede sein. Diesen Missstand an's Licht der Öffentlichkeit zu bringen und ihn zu bekämpfen, darum geht es der "alten Generation Praktikum" - und wenn sie mit ihren Initiativen auch auf offene Ohren gestoßen ist, die Politik Handlungsbedarf erkannt hat, so ist die "alte Generation Praktikum" noch lange nicht am Ziel angelangt. Schwarze Schafe, die Praktikanten als willige Billiglöhner ausnutzen gibt es nach wie vor. Wir sehen also keine Ära für eine "neue Generation Praktikum", wie der Tagesspiegel schreibt - denn dass ein Praktikum eine hilfreiche Stufe auf der Karriereleiter sein kann, bestreitet die "alte Generation Praktikum" nicht, nur dass viele Menschen auf dieser Stufe sitzen bleiben (müssen), das ist ein Problem, das es noch immer zu lösen gilt.
Buchtipp: Kraft des ScheiternsScheitern muss nicht das Aus bedeuten. Im Gegenteil, man muss scheitern dürfen, um lernen zu können. Im Alltag wird dem Gescheiterten aber mit Vorurteilen begegnet. Das Buch "Kraft des Scheiterns" ist eine Anleitung ohne Anspruch auf Erfolg, untersucht Ursachen und Gefahrenzonen im sich rasant wandelnden Gesellschaftssystem des 21. Jahrhunderts und zeigt neue Wege im Umgang mit dem Scheitern. Ein Kapitel widmet sich dabei den Problemen und Chancen der Generation Praktikum.Lesenswert! Infos zum Buch: Gebundene Ausgabe: 292 Seiten Verlag: Leykam; Auflage: 1 (10. Mai 2008) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3701176132 ISBN-13: 978-3701176137 Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,2 x 3 cm
Praktikanten-Roman erschienen"Zwölf Stunden sind kein Tag" heißt ein neuer Praktikanten-Roman von Boris Fust, der diesen Monat im Piper-Verlag erscheint.Und darum geht es: Arne gehört zur Generation Praktikum. Er jobbt zur Zeit in einer Werbeagentur bei einem größenwahnsinnigen Agenturchef. Und zu Hause wohnt über ihm der Junkie Herr von Eisen, auch kein Vergnügen. Mitpraktikantin Jeanette dagegen ist ein Lichtblick, Arne verliebt sich. Doch Jeanette zieht an ihm vorbei, dass ihm der Fahrtwind nur so um die Ohren pfeift. Arne muss etwas tun. Sollte am Ende Herr von Eisen ihm auf die Sprünge helfen? Boris Fust erzählt temporeich, schonungslos offen und sehr witzig, wie es ist, heute ein Praktikant zu sein. Infos zum Buch: Der Praktikanten-Roman Erschienen: Juli 2008 224 Seiten Kartoniert € 7,95 [D], € 8,20 [A], sFr 15,00 ISBN: 9783492251334
Empirie: Trend der Generation Praktikum bestätigtBildungspolitik ist in Deutschland Chefsache. Und dennoch: Auch der zweite Nationale Bildungsbericht der Kultusministerkonferenz fördert nach wie vor Alarmierendes zu Tage. Danach haben vier von zehn Jugendlichen ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss auch zweieinhalb Jahre nach Verlassen der Schule noch keinen Ausbildungsplatz. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht die Ursache des Lehrstellenmangels für Hauptschulabgänger in der schlechten Qualifikation: Etwa 20 Prozent der Jugendlichen könnten gerade mal auf Grundschulniveau lesen, schreiben und rechnen. Unter anderen Voraussetzungen, so der DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben, könnten mindestens 30.000 Ausbildungsplätze mehr angeboten werden. Damit stellt sich die Frage, ob die Einführung eines Ausbildungsbonus für Betriebe, die so genannten "benachteiligten Jugendlichen" eine Lehrstelle geben, auf große Akzeptanz bei den Ausbildungsbetrieben stößt - und ob die Investition nicht unter Umständen fehlgeleitet ist. Fakt ist in jedem Fall: Die Bildungsausgaben in Deutschland liegen unter dem OECD-Schnitt, so der Nationale Bildungsbericht, und halten nicht mit dem Wirtschaftswachstum Schritt. Und während Angela Merkel die abstrakte Vision von der "Bildungsrepublik Deutschland" verfolgt und sich im Rahmen einer "Bildungsreise" so zu sagen ein Bild machen möchte, fordert die Opposition den "Bildungssoli". Es bleibt also weiterhin spannend.Jobs.de durchsucht täglich über eine Million Websites deutscher Unternehmen nach Stellenanzeigen. Die daraus generierten Daten wertet die JobScout24 GmbH monatlich nach Bundesländern und Großstädten, Tätigkeitsbereichen sowie den ausgeschriebenen Positionen aus. Einige interessante Ergebnisse aus dieser Analyse bestätigen das Phänomen "Generation Praktikum" in Deutschland. Von allen analysierten Stellenausschreibungen richten sich lediglich 4 Prozent aller ausgeschriebenen an Schulabgänger (Ausbildungsplätze). Noch spärlicher gesäht sind mit einem Anteil von 3 Prozent die Vakanzen, die sich an Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium wenden. Hier macht sich der Trend zur "Generation Praktikum" bemerkbar: 9 Prozent aller Ausschreibungen sind Praktika.
Österreich: Praktikantengesetz gefordertDie österreichische Generation Praktikum darf auf ein Praktikantengesetz hoffen. In einem Entschließungsantrag fordern die österreichischen Grünen ein PraktikantInnenausbildungsgesetz. Das berichtet die Tagesezeitung "Der Standard".Für Praktika sehen die Grünen in ihrem Antrag eine maximale Dauer von drei, in Ausnahmefällen von sechs Monaten vor. Ein Mindestlohn wird gefordert. Um sicherzustellen, dass im Praktikum die Ausbildung im Vordergrund steht, soll eine Betreuung durch eine verantwortliche Person im Unternehmen sowie eine öffentliche Dokumentation des Praktikumsverlaufes vorgeschrieben werden, so "Der Standard" weiter. Der Entschließungsantrag könne im entsprechenden Ausschuß des Parlaments im Herbst behandelt werden. Die Befürchtung, dass durch einen Mindestlohn die Anzahl der ausgeschriebenen Praktika drastisch sinken, scheint nicht zu existieren.
Justitia ist doch nicht blind...Wir weisen als Verantwortliche von Generation Praktikum im Voraus darauf hin, dass wir KEINE gewerblichen Zwecke verfolgen oder Rechtsberatung anbieten und betreiben.Wir verweisen auf den folgenden Passus des LAG Baden-Württemberg:
Wann ist ein Praktikum ein Praktikum? Mit dieser Frage hat sich das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg auseinandergesetzt und am 8. 2. 08 ein letztinstanzliches Urteil gefällt, das die Sittenwidrigkeit in etlichen konkreten Praktikumssituationen spiegelt. Der Fall sah folgendermaßen aus: Zwei Parteien schließen einen Praktikumsvertrag für 6 Monate à EUR 375.- Vergütung, (Vollzeit à 35 Std.). Die Klägerin reicht 5 Monate nach Beendigung ihrer Tätigkeit Klage ein, denn sie sei dem Wesen nach als Arbeitnehmerin beschäftigt gewesen und erhält letztinstanzlich eine Vergütung von EUR 1522.- rückwirkend pro Monat zzgl. 5% Zinsen vom LAG zugesprochen. Die Kernaussage liest sich wie folgt: Steht der AUSBILDUNGSZWECK in einem so genannten Praktikantenverhältnis NICHT im Vordergrund, d.h. überwiegt der AUSBILDUNGSZWECK NICHT DEUTLICH die für den Betrieb ERBRACHTEN LEISTUNGEN UND ARBEITSERGEBNISSE, ist eine Vergütung von EUR 375.- SITTENWIDRIG. Interessante Anmerkungen zu dem Urteil: Unerheblich für den Urteilsspruch waren Argumente der Beklagten wie zum Beispiel (Auszüge):
Zur Brisanz des Falles: Zwar handelte es sich hier um ein "Praktikum", das "nachgelagert" an einen Abschluss als Dipl. Ing. (FH) erfolgte, allerdings nimmt das Gericht in seiner Urteilsbegründung hierauf keinen expliziten Bezug. Das heißt es gibt keine Hinweise, weshalb für das Rating zeitlich anders verorteter Praktika nicht dieselben Qualitätskriterien wie im o. g. "Leitsatz" herangezogen werden sollten.
Wohlfahrtsverband beklagt Ein-Euro Jobs für JugendlicheStatt in Qualifizierungsmaßnahmen würden viele jugendliche Empfänger von Arbeitslosengeld II in Ein-Euro-Jobs landen. Zwei Drittel der jugendlichen Hilfe-Bezieher hätten keinen Berufsabschluss – und ein Viertel noch nicht einmal einen Schulbschluss. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD), will reagieren: Er hat vorgeschlagen, dass Bundesbürger künftig Rechtsanspruch auf einen Hauptschulabschluss haben sollen.
Medienbranche: Praktika-Offensive startet WebseitePraktikarichtlinien, -bewertungen und mehr ab sofort online unter www.praktika-offensive.de ist ab sofort der Internetauftritt der Praktika-Offensive im Journalismus zu finden. Die Website beinhaltet nützliche Informationen und Tipps für Praktikanten und Praktikabetreuer im Medienbereich. Neben den gemeinsamen Praktika-Richtlinien, die die drei Bündnispartner Deutscher Journalisten-Verband, Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union und Jugendpresse Deutschland im vergangenen Jahr veröffentlicht haben, enthält die Seite unter anderem ein Bewertungsportal für journalistische Praktika. Anhand konkreter Fragen zu Dauer, Betreuung und Inhalten von Praktika können ehemalige Praktikanten ihre Erfahrungen an potentielle Nachfolger weitergeben. Auch Beispiele für Betriebsvereinbarungen zu Praktika und Links zu Ergebnissen von Praktikastudien sind auf den neuen Seiten zu finden.Die Partner der Praktika-Offensive haben es sich zum Ziel gesetzt, mit ihrer Arbeit die Qualität der journalistischen Praktika zu verbessern. Als positives Zeichen aus dem politischen Raum werten sie das aktuelle Positionspapier der SPD-Bundestagsfraktion zum Thema Praktikanten. Die Fraktion hatte in der vergangenen Woche ein Papier verabschiedet, nach dem Praktikanten künftig ein Anrecht auf einen schriftlichen Vertrag sowie auf eine angemessene Vergütung erhalten sollen. Diese Forderungen entsprechen zwei Punkten aus den Praktika-Richtlinien der Praktika-Offensive. Die Richtlinien sehen zudem vor, dass jedem Praktikanten ein qualifizierter Betreuer zur Seite stehen soll, Praktika nicht länger als sechs Monate dauern sollten und dass durch den Einsatz von Praktikanten keine festen Arbeitsplätze eingespart werden dürfen. Ansprechpartner: Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di: Ulrike Maercks-Franzen Bei Rückfragen: Tel. 030/69 56 23 22; Fax 030/69 56 36 57 Deutscher Journalisten-Verband (DJV): Nicole von Stockert Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/7 26 27 92 13 Jugendpresse Deutschland (JPD): Sebastian Olenyi Bei Rückfragen: Tel. 0163/765 369 4; Fax 030/450 86 559
In eigener Sache: Die Community lebt!Liebe Leserinnen und Leser,unsere Foren leben nur durch Eure Teilnahme. Viele haben bereits Fragen gestellt, ihre Meinung geäußert, diskutiert. Dafür möchten wir uns bei Euch bedanken und gleichzeitig noch mehr von Euch animieren, unsere Foren zu nutzen. Das Team von generation-praktikum.de hilft Euch gerne bei Fragen rund um das Thema Berufsstart und Praktika weiter, besonders Branko Woischwill und Steffen Westermann, seit Beginn 2008, als Projektleiter für die Community-Elemente auf unserer Seite der Experte für Eure Fragen und Anliegen. Bis Ende April heißt es auf generation-praktikum.de: Aktiv werden und ein Buch gewinnen! Wer bis zum 31. Mai einen (ernsthaften) Beitrag in unserem Forum veröffentlicht, nimmt automatisch an der Verlosung des Buchtitels "Die überzeugende schriftliche Bewerbung" von Hesse/Schrader teil. So möchten wir es Euch noch attraktiver machen, unsere Expertise zu nutzen – ihr bekommt neben einer Antwort auf alle Eure Fragen auch noch die Chance, ein Buch abzustauben, das Euch interessieren könnte. Wir sind gespannt und freuen uns auf Eure Beiträge! Der Gewinner des Buches wird per E-Mail benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir danken dem Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader für die freundliche Unterstützung. Viele Grüße und weiterhin viel Spaß mit generation-praktikum.de, Branko Woischwill, Steffen Westermann, Stefan Rippler das Team von generation-praktikum.de
Das große Palaver - oder was übrig blieb vom Prakti-GipfelAm Mittwoch, 7. Mai, fanden sich kompetente Vertreter von Praktikumsinitiativen, Beamten des Bundesministeriums für Arbeit und Experten aus Deutschland und der EU zur ersten Konferenz rund um das Thema Praktikum im Ministerium von Olaf Scholz (SPD) ein. Anstoß hierfür war eine Studie aus seinem Hause zur Situation der Praktikanten in der Bundesrepublik – und da sieht es leider nach wie vor recht trübe aus (GP berichtete darüber). Ein Abgesandter der Kollegen von Fairwork e.V. betonte noch einmal das Interesse der Öffentlichkeit am Thema, das seit 2004 durch größere Aktionen der Betroffenen in nationalen wie internationalen Diskussion bleibt. Verschiedene Studien zeigen wieder und wieder, dass besonders Hochschulabsolventen entweder in schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika „verheizt“ werden. Die Dauerpraktikums-Schleife ist Realität und bedroht Berufseinsteiger und den Arbeitsmarkt samt Sozialkassen gleichermaßen. Tanja Fuchs, eingeladene Expertin, betonte in ihrer Stellungnahme, dass 50% der Praktikanten in der Republik nicht entlohnt werden. Aber es trifft nicht nur Jung-Akademiker, sondern auch Arbeitskräfte, die aus dem dualen Ausbildungssystem kommen. Am Bedarf des Arbeitsmarktes vorbei ausgebildet (da sollte sich besonders die Industrie Gedanken machen) und dann wieder zurück auf Los. Was heißt dies dann? Zum Beispiel Lernpraktika oder bei Beziehern von Hartz IV auch Pflichtpraktika. Der Arbeitsminister Scholz erkennt zwar das Problem, will jedoch Vorschläge wie zeitliche Begrenzung und Bezahlung nicht in Gesetzesform gegossen sehen. Dies seien seiner Meinung nach „abstrakte Regeln“. Zu Wort kam auch Christiane Westphal, EU-Koordinatorin für Jugend, Humankapital und Soziale Eingliederung. Ihr Tenor: Klare Trennung zwischen Praktika und regulären Arbeitsverhältnisse sollte sein. Eine Empfehlung der EU-Kommission einschließlich Leitlinien zur Qualität der Praktika soll demnächst an die Mitgliedsstaaten herausgehen. Sie selbst brachte dann ein schönes Negativ-Beispiel eines EU-Abgeordneten, der eine Assistentenstelle als Praktikantenjob ausschrieb und die Dreistigkeit mit der so genannten „Entlohnung“ auf die Spitze trieb: Mietkostenzuschuss! DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf kommentierte das Praktikanten-Dilemma so: "Junge Menschen wollen Sicherheit, Planbarkeit und Einkommen." Dass die Generation Praktikum keine Marginalie sei, könne man an der von der DGB-Jugend unterstützten Petition zu einer gesetzlichen Regelung ablesen - über 60.000 Unterschriften seien zusammengekommen. Auf jeden Fall sei ein Praktikum, wie vom DGB gefordert, zu bezahlen und auf drei Monate zu befristen. Außerdem erinnerte er daran, dass die Unternehmen für die Ausbildung schon vom Gesetz her in der Pflicht stehen. Was letztlich nach diesem Gipfeltreffen an konkreten Handlungen herauskommen wird, muss sich erst noch zeigen. Generation Praktikum sieht leider nicht sehr zuversichtlich in die Zukunft, dass sich beim nationalen wie EU-Gesetzgeber ernsthaft etwas in die Richtung eines entsprechen Gesetzes bewegt. Steffen Westermann, Berlin, 8.5.08
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